Der Uhrturm von Bitola liegt im Herzen der Stadt und erhebt sich mit einer Höhe von 32 Metern über das historische Zentrum. Seit Jahrhunderten misst er nicht nur die Zeit, sondern auch den Rhythmus des städtischen Lebens. Weit mehr als ein architektonisches Wahrzeichen ist der Uhrturm ein lebendiger Zeuge der Geschichte und des Alltags von Bitola.
Historische Quellen erwähnen bereits im Jahr 1664 einen Uhrturm in Bitola, auch wenn nicht eindeutig belegt ist, ob es sich dabei um dasselbe Bauwerk handelt. Der heutige Uhrturm wurde vermutlich um 1830 errichtet, zeitgleich mit der nahegelegenen Kirche des Heiligen Demetrius.
Zeichnung von Edward Lear – 1848 – Bitola mit dem Fluss Dragor und dem Uhrturm

E.Therond, Bitola 1875

Der Glockenturm auf einer Postkarte von 1908

Markt von Pekmez mit dem Uhrturm im Jahr 1915

Mit dem Bau des Turms ist eine bekannte Legende verbunden. Der Überlieferung nach sammelten die osmanischen Behörden rund 60.000 Eier von den Einwohnern Bitolas und der umliegenden Dörfer. Diese wurden dem Mörtel beigemischt, da man glaubte, sie würden die Mauern stabiler und langlebiger machen.
Bis zum Jahr 1912 zeigte der Uhrturm die Zeit nach dem sogenannten „Alaturka“-System an. Später wurde unter europäischem Einfluss das moderne „Alafranga“-Zeitsystem eingeführt.

Das Gebiet rund um den Uhrturm war einst als Pekmez-Markt bekannt. Hier wurden orientalische Süßigkeiten wie Baklava, Kadaif und Pekmez angeboten, ebenso wie einige der besten Teehäuser und Konditoreien der Stadt. Der Markt wurde 1947 abgerissen, doch seine Erinnerung lebt bis heute fort.

Das erste Zifferblatt und das Uhrwerk wurden 1927 installiert und von der deutschen Firma Konfage hergestellt. Die traditionellen Glockenläuter wurden durch ausgebildete Uhrmacher ersetzt, die für Wartung und Funktion des Mechanismus verantwortlich waren.
Im Jahr 1936 traf ein neues Uhrwerk mit 15 Glocken ein, die zusammen 900 Kilogramm wogen. Sie kamen aus Deutschland als Zeichen der Dankbarkeit für den Bau des Denkmals für gefallene deutsche Soldaten des Ersten Weltkriegs. Später, im Jahr 1970, wurde eine Klaviatur ergänzt, die es ermöglichte, mehrere Melodien vom Turm erklingen zu lassen.


Heute zählt der Uhrturm von Bitola zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Stadt – ein Ort, an dem Vergangenheit und Gegenwart aufeinandertreffen und an dem die Zeit noch immer ihre eigene Stimme hat.








